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Tourette

Das Tourette Syndrom ist eine neuropsychiatrische Erkrankung, die durch Tics charakterisiert ist. Der Begriff „Tic“ kommt aus dem Französischen und meint weitgehend unwillkürliche, rasche, meist plötzlich einschießende Bewegungen. Diese treten immer wieder in gleicher Weise auf und können auch im Schlaf vorkommen.

Gekennzeichnet ist Tourette durch mindestens zwei motorische Tics (Muskelzuckungen) und mindestens einen vokalen Tic (Lautäußerungen). Letztere stellen sich im Verlauf der Erkrankung ein, müssen aber nicht zeitgleich mit den motorischen Tics vorkommen. Die Tics treten meist in Serien auf. Manchmal verschwinden die Symptome für Wochen oder Monate, können aber unvermutet wieder auftreten.

Die Betroffenen haben meist ein „Vorgefühl“ vor einem Tic und eine gewisse Eigenkontrolle. Diese für Sekunden bis Stunden wahrgenommene Eigenkontrolle ist meist jedoch nur ein zeitliches Hinausschieben (vergleichbar mit dem Drang zu Niesen). Tourette-Betroffene suchen oft eine geschützte Umgebung auf, um ihren Symptomen freien Lauf zu lassen, nachdem sie versucht haben, sie in der Öffentlichkeit nicht zeigen zu müssen.

Meist beginnt die Erkrankung vor dem 18. Lebensjahr. In Österreich wurde Tourette bei etwa 4000 Betroffenen diagnostiziert. Die Dunkelziffer ist allerdings viel höher, da das Tourette Syndrom nur selten erkannt und behandelt wird. Studien zufolge gibt es gute psychotherapeutische Behandlungserfolge mit Psychopharmaka und Psychotherapie (Spannungsregulation, Habit Reversal Training, …).


Quellen: 

Jakubovski, Ewgeni (2019). Handout zur Fortbildung „Psychotherapeutische Behandlung von Tic-Störungen, Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie der Medizinischen Hochschule Hannover.

Österreichische Tourette Gesellschaft e. V.

Tourette-Gesellschaft Deutschland e. V.