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Schlafstörungen

Hinter dem Begriff Schlafstörung (Insomnie) kann sich allerhand verbergen. Fast jeder Mensch erlebt in seinem Leben belastende Situationen, die zu einer Verschlechterung des Schlafes führen. Am nächsten Morgen ist man müde, unausgeruht, unkonzentriert und fühlt sich „wie erschlagen“. 

Wenn diese Schlaflosigkeit nur wenige Tage anhält, ist sie gesundheitlich betrachtet völlig unbedeutend. Oft werden Schlafstörungen jedoch über Wochen, Monate oder auch Jahre erlebt, was für Betroffene sehr belastend ist.

Schlafstörung ist ein recht umfassender Begriff, dazu werden u.a. gezählt:

  • Ein- und Durchschlafprobleme (Insomnie)
  • frühmorgendliches Erwachen
  • starke Schläfrigkeit tagsüber trotz "normaler" Schlafdauer
  • häufiges Erleben von Albträumen
  • Schlafwandeln
  • Zähneknirschen (Fachbegriff: Bruxismus)
  • Schlafapnoe 
  • nächtliche Heißhungerattacken 
  • ... 

Besonders häufig findet man gestörten Schlaf bei Depression und Angsterkrankungen.

Mehrmaliges Aufwachen pro Nacht ist nicht nur normal, sondern zeugt auch von gesundem Schlaf und ist physiologisch sinnvoll. Die optimale Schlafdauer ist für jeden Menschen unterschiedlich und liegt zwischen 4-5 Stunden (Kurzschläfer) und 9-10 Stunden (Langschläfer). Gesunder und erholsamer Schlaf besteht aus Leicht- und Tiefschlafphasen, die sich abwechseln. Rund 50% der Nacht besteht aus Leichtschlaf, Tiefschlaf tritt nur zu 15-20% auf. Nach einer „schlechten“ Nacht mit wenig Schlaf gleicht der Körper das Defizit nicht durch mehr sondern durch tieferen Schlaf aus.

Eine INSOMNIE wird dann diagnostiziert, wenn über einen beträchtlichen Zeitraum die Dauer und die Schlafqualität ungenügend sind. Dabei können Einschlafstörungen, Durchschlafstörungen und/oder frühmorgendliches Erwachen auftreten. Da die Insomnie ein häufiges Symptom vieler psychischer und somatischer Störungen ist, gilt es zuerst abzuklären, ob eine andere Erkrankung vorliegt. 

Eine HYPERSOMNIE wird diagnostiziert, wenn während des Tages ein Zustand starker Schläfrigkeit mit Schlafattacken besteht, der nicht durch eine zu kurze Schlafdauer in der vorangegangenen Nacht erklärbar ist. Wenn keine organische Ursache für die Hypersomnie gefunden werden kann, ist dieser Zustand oft mit anderen psychischen Erkrankungen verbunden. 


Behandlung von Schlafstörungen

In der Therapie von Schlafstörungen ist das Erlernen von Entspannungstechniken ein wichtiges Element. Manchmal ist es notwendig, den Schlaf-Wachrhythmus neu zu strukturieren und über Wochen anzupassen. Es gibt gut wirksame schlafanstoßende (einschlaffördernde) Medikamente. Achtung: Beruhigungsmittel sind nicht als schlaffördernde Dauermedikation geeignet, es kann eine Medikamentenabhängigkeit entstehen.

 



Quelle:

Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) unter Beteiligung der Arbeitsgruppe ICD des Kuratoriums für Fragen der Klassifikation im Gesundheitswesen (2018). ICD-10-GM. Systematisches Verzeichnis. Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision - German Modification.  

Müller, T., Paterok, B. (2010) Schlaftraining (2. Aufl.). Göttingen: Hogrefe.

Riemann, D. (2004) Ratgeber Schlafstörungen. Göttingen: Hogrefe.