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Schizophrenie

Die Schizophrenie ist eine schwere, meist chronisch verlaufende psychische Erkrankung mit unterschiedlichen Erscheinungsbildern. Sie ist mit vielen Vorurteilen behaftet. 

Etwa jeder hundertste Mensch erkrankt an Schizophrenie. Die Entstehungsursachen sind noch unklar. Es wird vermutet, dass das ungünstige Zusammenspiel mehrerer Faktoren (Genetik, Lebensumstände, …) eine Schizophrenie auslöst. Meist liegt der Erkrankungsbeginn im jungen Erwachsenenalter.


SYMPTOME

Die Schizophrenie ist durch eine Störung von Denken und Wahrnehmung sowie durch ein verarmtes Gefühlsleben gekennzeichnet. Die intellektuellen Fähigkeiten sind in der Regel nicht beeinträchtigt, obwohl sich im Laufe der Zeit gewisse kognitive Defizite entwickeln können. Die Symptome können kontinuierlich zunehmen, es gibt jedoch auch Formen der Schizophrenie, die in Episoden verläuft, mit einem vollständigen Nachlassen der Symptome zwischen den einzelnen Episoden.

Die Hauptsymptome sind 

• formale Denkstörungen = Störungen des Denkablaufes (Denkhemmung, Denkverlangsamung, umständliches Denken, Gedankenabreißen, Vorbeireden)

• inhaltliche Denkstörungen  (Wahn wie etwa Beeinflussungswahn, Zwangsgedanken, Gedankenlautwerden, Gedankeneingebung oder Gedankenentzug, Gedankenausbreitung), 

• Halluzinationen (z.B. Stimmenhören, … die in der dritten Person den Patienten kommentieren oder über ihn sprechen).


FORMEN DER SCHIZOPHRENIE

Die paranoide Schizophrenie ist durch paranoide Wahnvorstellungen gekennzeichnet, meist begleitet von akustischen Halluzinationen und Wahrnehmungsstörungen.

Bei der hebephrenen Schizophrenie stehen die Veränderungen des Gefühlserlebens im Vordergrund. Das Verhalten ist unvorhersehbar, die Stimmung flach, das Denken desorganisiert, die Sprache zerfahren. Die Betroffenen neigen dazu, sich sozial zu isolieren.

Bei der katatone Schizophrenie stehen psychomotorische Störungen  (z.B. Zwangshaltungen) im Vordergrund. Die katatonen Phänomene können mit einem traumähnlichen Zustand mit lebhaften szenischen Halluzinationen verbunden sein. 


Es gibt auch akute vorübergehende psychotische Zustände, wo eine vollständige Besserung innerhalb weniger Monate, oft bereits nach wenigen Wochen oder nur Tagen eintritt. Die Störung kann im Zusammenhang mit einer akuten Belastung stehen, die ein oder zwei Wochen vor Beginn der Symptome aufgetreten ist. 

Die schizoaffektive Störung ist eine Erkrankung, bei der episodisch sowohl affektive (affectus = lat. Gefühlsregung), z.B. depressive,  als auch schizophrene Symptome auftreten.


BEHANDLUNGSMÖGLICHKEITEN

Im Vordergrund steht die medikamentöse Behandlung, die psychotherapeutisch und soziotherapeutisch unterstützt wird. Je früher mit der Behandlung begonnen wird, desto besser die Verlaufsprognose. Ziel ist die größtmögliche Selbständigkeit in den Lebensbereichen Arbeit, Wohnen, Freizeitgestaltung und soziales Leben.


Quelle:

Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) unter Beteiligung der Arbeitsgruppe ICD des Kuratoriums für Fragen der Klassifikation im Gesundheitswesen (2018). ICD-10-GM. Systematisches Verzeichnis. Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision - German Modification.