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Burn-out


Der Begriff "Burn-out" wird von der Bevölkerung für unterschiedlichste Zustände verwendet, die von der Belastung am Arbeitsplatz bis zur Präsuizidalität reichen. 

In Fachkreisen ist umstritten, ob das "Burn-out" als eigenständiges Krankheitsbild eingestuft werden soll. Das "Burn-out" umfasst eine Vielzahl von Beschwerden, die sich weitgehend mit anderen Diagnosen überschneiden, v.a. der Depression (Erschöpfungsdepression), aber auch der 'Reaktion auf schwere Belastungen' oder 'Anpassungsstörung'. 

Beim Burn-out wird oft das Vorherrschen von beruflichen Ursachen betont, in der schwersten Ausprägung ist das Burn-out-Syndrom jedoch identisch einer Depression. 

Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie,Psychosomatik und Nervenheilkunde hat beobachtet, dass Medien dazu neigen, sozial schwächeren Patienten die Diagnose Depression zuzuweisen, während „Leitfiguren“ bei derselben Symptomatik angeblich unter dem Burn-out-Syndrom leiden. Die Diagnose "Burn-out" gilt im Allgemeinen als sozial akzeptierter als die Diagnose Depression: immerhin sei man deshalb ausgebrannt weil man sich für die Arbeit, die Gesellschaft, ... zu viel engagiert hat. Das Burn-out-Syndrom wird somit als „Krankheit der Starken“ deklariert, die "Schwachen" hingegen mit der Diagnose einer Depression oft stigmatisiert. 


SYMPTOME:

Anfangsphase (Warnsymptome)

  • Verstärktes Engagement 
  • Erschöpfung 
  • Hyperaktivität
  • Überzeugung der eigenen Unersetzbarkeit 
  • Verleugnung eigener Bedürfnisse
  • Reduktion eigener sozialer Kontakte auf das berufliche Umfeld 
  • Gefühl nachlassender Energie
  • Chronische Müdigkeit

Phase des reduzierten Engagements

  • Desillusionierung
  • Gefühl, ausgenutzt zu werden
  • Größere Distanz zum beruflichen Umfeld
  • Nachlassende Bereitschaft zu unbezahlter Mehrarbeit
  • Zynismus
  • Gestörte Kommunikation mit Partner/Kindern

Emotionale Reaktionen

  • Schuldzuweisung an sich selbst, Depression (!)
  • Schuldzuweisung an andere, Aggression
  • Insuffizienzgefühle
  • Nachlassen der Selbstachtung
  • Schwächegefühl
  • Pessimismus, Apathie, Suizidgedanken
  • Häufige Konflikte, Kompromisslosigkeit in Konflikten
  • Launenhaftigkeit, Intoleranz

Abbau von Fähigkeiten

  • Konzentrationsschwäche, Abbau kognitiver wie kreativer Fähigkeiten, Entscheidungsunfähigkeit
  • Verflachung und Rückzug aus dem emotionalen, sozialen, geistigen Leben; Abbruch von Kontakten, weitgehend fehlende Empathie

Psychosomatische Reaktion

  • denkbar an allen Organsystemen

Verzweiflung

  • Rückzug, Selbstaufgabe, Suizidalität



Quelle:

Akimova, E & Kasper, S. (2012). Burn-out-Syndrom und Depression: Eine oder zwei Seiten einer Medaille? Journal für Neurologie Neurochirurgie und Psychiatrie 13 (4), 190-193.